[Rezension] Simon Beckett – Leichenblässe
14. Februar 2010 von Andy
Was hatte ich noch geschrieben als ich den aktuellsten „Ich lese“ Eintrag verfasst habe? Bis zur Rezension von Simon Becketts „Leichenblässe“ kann es aufgrund der Lernsituation etwas länger dauern? Naja ich lag wohl etwas verkehrt mit dieser Annahme. Gestern Nachmittag war ich mit den 416 Seiten durch.
Zum Inhalt:
David Hunter ist in den USA. Genauer gesagt in Knoxville Tennessee auf der sogenannten „Body Farm“, einer Forschungseinrichtung welche sich mit der Verwesung von Menschen befasst. Nach der Attacke durch Grace Strachan hatte Jenny die Beziehung zu ihm beendet und er hatte monatelang nicht gearbeitet. Durch den Aufenthalt auf der Farm deren eigentliche Bezeichnung „Anthropology Research Facility“ war erhoffte er sich wieder einen Zugang zu seiner Arbeit zu finden. Außerdem hatte er seinen Freund und Lehrer Tom Lieberman schon zu lange nicht mehr besucht.
Obwohl David eigentlich nur zu Forschungszwecken in die Staaten geflogen war landet er Hals über Kopf in einer Mordermittlung. Leider nicht zur Freude des zuständigen TBI Agenten Dan Gardner, welcher ihn am liebsten in einem Flugzeug zurück nach England sehen würde. In einer Ferienhütte in den Smoky Mountains wurde eine männliche Leiche entdeckt, welche gefesselt auf einem Tisch liegt. Der Körper weist mehrere Schnittverletzungen auf und der Raum ist mit Blutspritzern übersät. Alles weist darauf hin, dass das Opfer verblutet ist, jedoch zeigt sich bei der Autopsie, dass die Zähne der Leiche rosa angelaufen sind, was wiederum auf ein erdrosseln hinweisen würde. Aufgrund einer am Tatort gefundenen Filmdose auf der sich ein Fingerabdruck befindet wird nach einem Willis Dexter gefahndet. Dieser ist allerdings, wie sich herausstellt bereits sechs Monate zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Als die Leiche Dexters nur etwas später exhumiert wird liegt ein unbekannter Farbiger im Sarg…
Meine Meinung:
Der dritte Beckett Roman in kürzester Zeit und ich bin noch immer nicht gelangweilt vom Stil des Autors. Anders als in den beiden vorherigen Bänden der David Hunter Reihe setzt Beckett ein neues Stilmittel ein. Er schreibt am Ende fast jedes Kapitels einige Seiten aus der Sicht des psychopathischen Serienkillers. Auch hier verwendet er die Ich-Form so dass das Buch nicht nur gelesen sondern hautnah „erlebt“ wird. Im Gegensatz zu „Kalte Asche“ hatte ich bei „Leichenblässe“ weniger das Gefühl, das die Geschichte allzu lange vor sich hin dümpelt. Sobald die Spannung einmal aufgebaut ist gibt es nur wenige Momente in denen der Bogen etwas entlastet wird. Ganz typisch für Beckett ist auch erneut das verwirrende Ende, welches meiner Meinung nach dieses Mal ganz besonders furios ausgefallen ist. Mancher wird darin einen klassischen Schock-Moment sehen, dem man nichts Spektakuläres abgewinnen kann aber mir gefallen diese kleinen alten Spannungstricks einfach. Am Ende des Buches hat der Autor auf einen weiteren Cliffhanger ohne näheren Zusammenhang mit dem Fortgang der Story verzichtet. Für Freunde des gepflegten Thrillers uneingeschränkt empfehlenswert!








